20.01.2012

Wieder ein neuer Erlebnisbericht von Steinmetzgeselle Eric Posern aus Limbach-Oberfrohna, der derzeit auf der Walz ist:
„Mit dem Rolandsbruder Matthias aus der Schweiz bin ich Richtung Nürnberg zu einem einheimischen Rolandsbruder, der Hilfe beim Restaurieren seines Hauses brauchte. Also haben wir mitgeholfen. Matthias blieb noch dort, ich bin dann weiter nach Hofkirchen im Mühlkreis (das ist in Österreich zwischen Passau und Linz), wo das diesjährige Steintreffen stattfand. Es wird jedes Jahr von anderen Wandergesellen organisiert. Damit werden öffentliche Baustellen und Projekte in Angriff genommen, die sonst kaum finanzierbar wären. Dieses Jahr wird es von der EU finanziert, weil es länderübergreifend ist. Wir haben in den zwei Wochen angefangen, eine alte Burgruine zu restaurieren und wieder aufzubauen. Alles natürlich traditionell handwerklich und nur für Kost und Logis. Es gab keinen Strom auf der Baustelle. Wir Steinmetze haben mit geschmiedetem Werkzeug Granit bearbeitet, das später für Abstützarbeiten genutzt wird. Die Werkzeuge kamen von den Schmieden, die mit Hilfe einer Feldesse (sieht man ab und zu auf Jahrmärkten o.ä.)die Werkzeuge neu ausschmiedeten. Maurer und Stuckateure haben ein Teil einer eingestürzten Mauer wieder hochgezogen, natürlich ebenfalls mit Kalkmörtel aus der nahe gelegenen Kalkgrube. Die Zimmerer und Tischler haben Absturzsicherungen und ähnliche Arbeiten erledigt. Natürlich konnte jeder sich mal an anderen Gewerken beteiligen, um was dazuzulernen. So konnten zum Beispiel die Schmiede ihre Werkzeuge gleich austesten, Steinmetze haben mal geschmiedet und die Holzgewerke konnten mal einen anderen Naturwerkstoff be- und verarbeiten. Abschließend gab es ein großes Fest damit war das Steintreffen offiziell beendet. Allerdings gibt es noch viel zu tun - dazu später mehr. Euer r.frm. Stm. Eric.